Laut einer Studie der Krankenkasse DAK verbringen ein Viertel der Teenager vier oder mehr Stunden in sozialen Netzwerken, 2,6 % der befragten Kinder und Jugendlichen leiden ohne ihr Handy unter Entzugserscheinungen. Auch wenn die Zahl derzeit noch recht gering erscheint, sollte die Ausbreitungsgeschwindigkeit nicht unterschätzt werden. Im Gegensatz zu ähnlichen Erkrankungen wie der Spiel- oder Alkoholsucht, die gut individuell ausgelebt werden kann, sind soziale Netzwerke eben gruppenorientiert. Um einer schnellen Ausbreitung der Sucht entgegenzuwirken bräuchten wir Empfehlungen für die Nutzung sozialer Medien. Aber woher sollen die kommen? Schulen allein werden diese Orientierung nicht geben können. Die Eltern sind häufig orientierungslos und in vielen Fällen von der technologischen Entwicklung längst überrollt.

Letztendlich muss sowohl für Teenager und deren Familien als auch für die Schulen eine Handlungsorientierung für den Umgang mit sozialen Medien erarbeitet werden. Die zukünftige Staatsministerin für Digitales darf somit nicht nur die technologische Entwicklung der Digitalisierung vorantreiben, sondern sie muss auch die gesundheitlichen und sozialen Folgeerscheinungen im Fokus haben. Digitalisierung ist eben weit mehr als Breitband, Glasfaser und Gigabits.”

Weitere Informationen zum Thema Mediensucht liefert z.B. das ServiceBureau Jugendinformation.