Bremens IT-Dilemma: Mehr Nachwuchs, weniger Einstiegschancen
04.05.2026Quellen und {Factsheet} Ihr wollt tiefer ins Thema einsteigen? Hier findet ihr eine Übersicht, auf welche Quellen wir für den Artikel zurückgegriffen haben.
Mehr erfahrenAktuelles Beispiel dafür ist der neue englischsprachige Bachelor-Studiengang „Natural Science for Sustainable Future“, der an der Uni Bremen gerade in Planung ist: Die Fachbereiche Physik, Geowissenschaften, Biologie und Chemie haben gemeinsam beschlossen, diesen Studiengang zu entwickeln, der auch Anteile aus anderen Wissenschaften beinhalten wird, wie zum Beispiel Wirtschaft, Sozialwissenschaft oder Philosophie. Der englischsprachige Studiengang zeigt die internationale Orientierung der Ausbildung. Der Studiengang ist nicht fächerorientiert, sondern themenzentriert. Energie- und Ressourcenfragen, Ökologie und globale Gesundheit spielen eine Rolle und sollen auf künftige Aufgaben und Berufe im Bereich Nachhaltigkeit vorbereiten.
Nun ist so ein Studiengang, der alle naturwissenschaftlichen Bereiche in sich vereint, eine tolle Sache und sicher genau richtig, um Zukunftsthemen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit sinnvoll in Ausbildung und Beruf zu verankern. Aber das N steht auch für den Nutzen von Naturwissenschaften und der findet sich regelmäßig im Alltag – mal bewusst, mal unbewusst und mal überraschend.
Ein Beispiel: An einem heißen Sommertag trägt man in der Regel helle und luftige Kleidung, um keinen Hitzschlag zu bekommen. Der Hintergrund dafür ist Physik: Helle Kleidung reflektiert mehr Sonnenstrahlung als dunkle Kleidung. Der Körper heizt sich nicht so stark auf. Luftige Kleidung ermöglicht einen besseren Wärmeaustausch mit der Umgebung. Anderes Beispiel: wenn man Schwierigkeiten beim Sehen hat, geht man zur Augenärztin oder zum Optiker und lässt sich eine Brille anfertigen. Genutzt werden bei Brillen die optischen Eigenschaften von Linsen. Auch das ist Physik.
Ohne Chemie hätten wir keine Mobiltelefone, keine Autos, keine Hygieneprodukte und keine Kleidung. Die Hauptbestandteile von Sonnenschutzmitteln zum Beispiel sind chemische Produkte, die UV-Absorber genannt werden. Ihre Hauptaufgabe ist es, die schädlichen UVA und UVB Strahlen zu absorbieren und sie für die Haut unschädlich zu machen. Auch der Käse auf dem Frühstücksbrötchen ist das Endprodukt zahlreicher chemischer Prozesse vom Pasteurisieren der ursprünglichen Milch über die Arbeit von Milchsäurebakterien oder Schimmelpilzen bis hin zum Salzbad, Reifen und Konservieren.
Und die Biologie? Als „Wissenschaft vom Leben“ geht es in der Biologie um Lebewesen – zum Beispiel Bakterien, die aus nur einer Zelle bestehen. Bei der Herstellung von Joghurt zum Beispiel sind Milchsäurebakterien unverzichtbar. Auch die Genetik ist ein Teilbereich der Biologie – und elementar in der Kriminalistik: Wenn an einem Tatort Fingerabdrücke, Blut oder Hautzellen gefunden werden, kann die Polizei anhand dieser genetischen Informationen nachweisen, ob eine Person am Tatort war.
Vom Fingerabdruck bis zur Sonnencreme – all das zeigt, wo überall Naturwissenschaften in unserem Alltag auftauchen und welche Vielzahl an Berufen von der Kriminaltechnik bis zur Pharmaforschung damit verbunden sind. Eine Bandbreite, die sich auch in Studium und Ausbildung zeigt. Beispiel Biologie – von der Ausbildung zum/zur Biologielaborat*in bis zum Studium für Technische und Angewandte Biologie. Womit wir wieder beim N wie Nutzen sind. Wer zum Beispiel diesen Internationalen Studiengang an der Hochschule Bremen wählt, kann sich etwa auf Industriebiologie spezialisieren und beispielsweise Wirkstoffe in der pharmazeutischen Industrie erforschen und entwickeln oder in der wissenschaftlichen Anwendungsberatung in Pharma- und Biotech-Unternehmen arbeiten.
N wie Naturwissenschaften – U wie unendlich viele Möglichkeiten. Ob Physik, Chemie, Biologie oder alles zusammen: Es gibt so viele Bereiche, in denen man forschen, entwickeln, produzieren, vermarkten, lernen, lehren und noch viel mehr kann. Es lohnt sich, sich einen Bereich oder ein Thema auszusuchen und den Weg über Ausbildung oder Studium in einen Beruf zu suchen. Um dann vielleicht eines Tages selbst Medikamente zu entwickeln, Lebensmittel zu produzieren oder im Umweltschutz oder Energiemanagement zu arbeiten.
Hier gelangt ihr zum dritten Teil der MINT-Serie.
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