Bremens IT-Dilemma: Mehr Nachwuchs, weniger Einstiegschancen
04.05.2026Quellen und {Factsheet} Ihr wollt tiefer ins Thema einsteigen? Hier findet ihr eine Übersicht, auf welche Quellen wir für den Artikel zurückgegriffen haben.
Mehr erfahrenZur offiziellen Kick-off-Veranstaltung kamen Unternehmen, Lehrkräfte von Bremer Schulen sowie Vertreter*innen der Politik am 30. August 2023 in den Pusdorf-Studios zusammen. „Junge Frauen sind in IT-Berufen immer noch unterrepräsentiert. Deshalb möchten wir sie mit Projekten wie TandemPower ermuntern, sich auch in diesen Bereichen auszuprobieren und dabei vielleicht neue Interessen und Stärken zu entdecken“, sagte Staatsrätin Karin Treu bei der Kick-off-Veranstaltung.
Die Idee von TandemPower: Jeweils rund 25 Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgänge aus zehn Bremer Schulen bilden ein Tandem mit einem Unternehmen. im Tandem tauchen sie gemeinsam in die Arbeitswelt ein. An zwei Tagen lernen die Schüler*innen und die Unternehmens-Mitarbeitenden die Stärken des jeweils anderen kennen, reflektieren die Anforderungen der heutigen Arbeitswelt und überprüfen, inwieweit sich Berufe von bestehenden Klischees trennen lassen.
„Das Besondere an TandemPower ist, dass wir Schülerinnen und Schüler und Unternehmen auf Augenhöhe zusammenbringen und dabei nicht nur digitale Berufe anfassbar machen, sondern auch praxisorientiert vermitteln“, sagt Eva Koball, Geschäftsstellenleiterin von bremen digitalmedia. „Beiden TandemPartnern wird dabei ein Blick über den Tellerrand ermöglicht“, ergänzt Gisa Grodde, Projektleiterin bei vomhörensehen. „Die Unternehmen lernen den Nachwuchs von morgen kennen und erfahren mehr über ihre Bedürfnisse und was sie umtreibt, und die Schülerinnen und Schüler bekommen einen praxisnahen und sehr persönlichen Einblick in die digitale Arbeitswelt.“
Wie wichtig diese Nähe zur Praxis ist, berichtet ein Lehrer der Neuen Oberschule Gröpelingen. „Der Lehrplan ist das eine, die Wirklichkeit das andere. Für viele unserer Schülerinnen und Schüler ist das Projekt auch ein Einblick in eine regelmäßige Erwerbstätigkeit. Wir wollen ihnen zeigen, dass ein Beruf eine gute Sache ist. Als wir ihnen das Projekt vorgestellt haben, haben viele gleich gesagt, dass sie Interesse haben.“ Beim Tandem-Partner BTC Business Technology Consulting AG ist die Offenheit groß. „Es ist spannend, dem Nachwuchs von morgen unsere Ausbildungsplätze näher zu bringen. Wir wollen auf junge Menschen zugehen, und das geht am besten im 1:1 Kontakt“, sagt eine Mitarbeiterin.
Die Tandems arbeiten jeweils zwei Tage zusammen. Am ersten Tag sind sie bei vomhörensehen zu Gast, durchlaufen einen Medien- und IT-Parcours und lernen in außerschulischen Workshops unter anderem, dass berufliche Fähigkeiten wie strukturiertes Denken, Kreativität oder Ausdauer nichts mit dem Geschlecht zu tun haben. Beim Kick-off wurde dieser Ansatz anschaulich von Sarah Theermann vermittelt: Wenn man einen rosa und einen blauen Zettel vor sich hat – welchen nimmt man, wenn man den nehmen soll, der „für einen bestimmt“ ist? Es gab kein richtig und kein falsch, aber einen guten Impuls zum Nachdenken.
Mit diesem Schwerpunkt auf genderneutraler Berufsorientierung ist TandemPower eines der ersten Projekte der Landesstrategie „Gendergerechtigkeit und Entgeltgleichheit“, das umgesetzt wird. TandemPower wird von der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration mit insgesamt rund 233.000 Euro aus Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds/REACT-EU gefördert. Umgesetzt wird es von bremen digitalmedia und der Medienagentur vomhörensehen in Kooperation mit der Ausbildungsgesellschaft Bremen mbH (ABiG) und der Senatorin für Kinder und Bildung.
In diesem Schuljahr wird jedes der zehn Tandems zwei Tage zusammenarbeiten, im Juli 2024 gibt es dann einen gemeinsamen Projektabschluss, auf dem die Ergebnisse präsentiert werden. Rund 250 Jugendliche werden dann Eindrücke in der IT-Branche gewonnen haben und vielleicht werden sich einige von ihnen für eine IT-Ausbildung entscheiden. „Berufsorientierung wird immer wichtiger“, sagte Ursula Held, Abteilungsleiterin Schulische Bildung bei der Senatorin für Kinder und Bildung bei dem Kick-off-Event. „Neue Berufe entwickeln sich so rasant, damit sind Kinder und Jugendliche schnell überfordert. Darum müssen wir sie gezielt unterstützen und ihre digitale Souveränität stärken.“
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