Erste Studie über Bremens IT-Branche: Spannende Zahlen und Ergebnisse

Bremen ist ein relevanter IT-Standort, Bremens IT-Wirtschaft wächst, Bremen ist Vorreiter im Bereich Künstliche Intelligenz: Das sind Aussagen, die man mit Fug und Recht treffen darf, wie unsere aktuelle Studie belegt. bremen digitalmedia, die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa sowie das Institut Arbeit und Wirtschaft (iaw) haben die Ergebnisse der Studie auf einer Pressekonferenz am 13. Juli 2020 im Bremer Rathaus präsentiert.

In den vergangenen drei Jahren ist die Beschäftigtenzahl innerhalb der IT-Branche von knapp 8.500 Mitarbeiter*innen auf rund 10.500 bis Ende 2019 gestiegen, ein Zuwachs um 24 Prozent. Insgesamt macht die Branche einen Anteil von 3,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Land Bremen aus und liegt damit über dem Bundesschnitt von 3,4 Prozent. Außerdem ist die IT-Branche damit der drittgrößte Wirtschaftscluster Bremens nach der Maritimen Wirtschaft und Automotive.

“IT-Branche als Inbegriff von Agilität”

Das sind nur drei der vielen Ergebnisse, die die Studie ergeben hat. Insgesamt ist ein umfassender Überblick entstanden, der Stärken identifiziert und Zielsetzungen für die Bremer IT-Branche formuliert. “Bei der Digitalisierung und insbesondere der Künstlichen Intelligenz als Zukunftstechnologie ist unser Bundesland sehr gut aufgestellt”, sagte Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, bei der Pressekonferenz. “Aber darauf dürfen wir uns nicht ausruhen. Die IT-Branche ist der Inbegriff von Agilität, wir müssen uns auf neue Entwicklungen einstellen und schnell reagieren. Die Corona-Krise hat es noch mal umso deutlicher gemacht, wie wichtig die Digitalisierung für alle Unternehmen jeglicher Größe ist. Den Trend dürfen wir nicht verschlafen.”

Entsprechend hellwach zeigte sich Björn Portillo, 1. Vorsitzender von bremen digitalmedia. “Die Ergebnisse der Studie sind für uns als Branchenverband besonders spannend, da es für das Land Bremen bisher keine vergleichbare Erhebung gibt”, sagte Portillo. Für die Studie wurde neben einer Erhebung der Strukturdaten eine umfassende Online-Befragung durchgeführt, an der sich rund 150 Unternehmen aus der Bremer IT-Wirtschaft und angrenzender Branchen beteiligt haben.

Künstliche Intelligenz, Frauen und Fachkräfte

Besonders erfreulich sind die Ergebnisse im Bereich Künstliche Intelligenz (KI): Bei der Befragung gab jedes dritte Unternehmen an, Produkte oder Lösungen mit KI zu entwickeln. Haupteinsatzfelder von KI sind hier die Bereiche digitale Assistenten (26 Prozent) und das industrielle Umfeld (20 Prozent).

Der Anteil an weiblichen Beschäftigten lag 2019 insgesamt bei knapp einem Drittel. Zudem ist der Fachkräftebedarf der Branche enorm. 71 Prozent der Befragten gaben an, dass in der Vergangenheit eine unzureichende fachliche Qualifikation der Bewerber*innen Grund für eine Nichteinstellung gewesen sei.

Nun gilt es, mit den Zahlen und Erkenntnissen in Zukunft etwas zu bewegen. Mit dem „Dualen Studiengang Informatik (DSI)“ und dem „Dualen Master Informatik (DMI)“ wurden bereits zwei attraktive Angebote geschaffen, die IT-Fachkräfte an den Standort Bremen holen und binden. Ein neuer Ansatz ist die Idee des „Digitalen Assistenten Informatik (DAI)“ sein, der den Fokus auf den Nachwuchs mit einfachen Bildungsabschlüssen legt und ihnen einen Einstieg in digitale Berufe ermöglichen soll.

In den kommenden zehn Jahren sollte zudem die Ausbildungsquote von Bewerberinnen auf 50 Prozent gesteigert werden. “Das ist ein dickes Brett, das wir bohren müssen. Wir sind in Deutschland diesbezüglich noch sehr konservativ, da muss ein Umdenken stattfinden”, bestätigt auch Senatorin Vogt.

Wissenstransfer funktioniert

Die Studie habe aber auch gezeigt, dass Wirtschaft, Wissenschaft und Institutionen in Bremen bereits sehr gut zusammen arbeiten, sagte Dr. Günter Warsewa vom iaw, der die Studie durchgeführt hat. “Spannend für uns als Universität Bremen ist die Erkenntnis, das zunehmend Informatiker*innen mit Zusatzqualifikationen wie kaufmännische oder Coaching-Kenntnisse gesucht werden. Danach müssen wir die Qualifikation von Informatikern künftig ausrichten.”

Pressespiegel