KAPITEL 4
Letzte Optimierungen und {Tipps} für den Alltag
In einem letzten Schritt haben wir uns unsere Bewegtbildelemente im Autoplay-Modus angeschaut. Das sind auf unserer Website folgende Elemente:
- Moodbereich auf der Startseite
- Mitglied werden (wabernde Struktur)
- Newsletter (wabernde Struktur)
- Team-Videos
- Videos in der Galerie
Eine {Entscheidung} muss gefällt werden
Auf der einen Seite steht unser Wunsch, CO₂ einzusparen. Auf der anderen Seite müssen wir uns fragen: „Welche Auswirkung hat zum Beispiel das Abschalten der Autoplay Funktion auf das Nutzungserlebnis?“ Denn Autoplay wird oft bewusst eingesetzt, um Aufmerksamkeit zu erzeugen oder eine Marke emotional zu präsentieren.
Die tatsächliche Einsparung hängt zudem stark von der Größe der Videos ab. Sind es kurze, komprimierte Hintergrundvideos, ist der Effekt eher gering. Sind es mehrere hochauflösende Videos, kann die Einsparung deutlicher ausfallen.
Was jedoch auch eine Rolle spielt: Der CO₂-Wert allein ist ohne Einordnung nicht aussagekräftig. Er muss vielmehr in Abhängigkeit zur Seitengröße, Anzahl der Requests, Medieninhalte und Hosting gesetzt werden. So würde es zum Beispiel einen deutlich größeren Effekt bringen, wenn ein Webshop wie Zalando 1 g CO₂ pro Seitenaufruf einspart, als wenn wir 1 g CO₂ mit unserer Vereinswebsite einsparen.
Wir entscheiden uns letztendlich, die Videos im Autoplay-Modus auf der Seite zu belassen. Folgendes haben wir jedoch angepasst: Wir binden ab sofort statt eines Videos nur einen Platzhalter mit allen Infos zum Video im Quelltext ein. Nachdem die Seite geladen wurde, wird per Javascript dieser Platzhalter durch das echte Video ersetzt.
Warum ist die {Maßnahme} technisch sinnvoll?
Wir haben das Video nicht verkleinert, sondern den Ladezeitpunkt optimiert.
- Beim initialen Seitenaufbau wird nur ein leichter Platzhalter im HTML ausgeliefert.
- Die Seite kann schneller gerendert werden.
- Erst nach dem Laden ersetzt JavaScript den Platzhalter durch das eigentliche Video.
- Das reduziert den initialen Datenverkehr und verbessert häufig die wahrgenommene Ladegeschwindigkeit.
Und noch einmal lassen wir den Energieverbrauch unsere Website checken: 2,55 g CO₂ pro Seitenaufruf der Startseite.
Mit 2,55 g CO₂ könnt ihr
- 15 bis 20 Meter Auto fahren
- Ein Smartphone laden (je nach Modell und Strommix)
- Einen Laptop ca. 10 bis 20 Minuten nutzen (je nach Modell und Strommix)
Mit allen Maßnahmen zusammengenommen, konnten wir den CO₂-Fußabdruck der Startseite von 7,77 g auf 2,55 g pro Seitenaufruf reduzieren. Das entspricht einer Einsparung von rund 67 % und das bei gleichbleibender Nutzungserfahrung und Erhalt der visuellen Markenwirkung.
Unser {Learning}
Mit dem Livegang der Website im Januar 2025 hatten wir uns im Vorfeld kaum Gedanken über unseren CO₂-Fußabdruck gemacht. Das wollten wir im Nachgang gerne ändern, uns fehlten aber sowohl Erfahrung als auch die Zeit und das Budget, um das Thema „im großen Stil“ anzugehen. Gemeinsam mit den Expert*innen unseres Arbeitskreises „Code & Klima Bremen“ erhielten wir hilfreiche Hinweise und Ansatzpunkte, die wir anschließend Schritt für Schritt umgesetzt haben. So konnten wir ganz allmählich mit recht kleinen und vom Aufwand her überschaubaren Maßnahmen unseren CO₂-Ausstoß um zwei Drittel reduzieren. Ein Ergebnis, mit dem wir wirklich zufrieden sind.