Einzelmeldung

Neuer Supercomputer für Spitzenforschung in ganz Norddeutschland gestartet

Der Norddeutsche Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen hat im Dezember 2019  den Supercomputer HLRN-IV in Betrieb genommen. Mit etwa einer Viertelmillion Rechenkernen und einer Spitzenleistung von 16 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde (16 PetaFlop/s) gehört das 30 Millionen Euro teure System der Firma Atos zu den leistungsstärksten Rechnern der Welt. Verteilt auf die Standorte Berlin und Göttingen leisten die beiden Komponenten des Systems "Lise" und "Emmy" komplexe Berechnungen für die Forschungsbedarfe an mehr als 120 Hochschulen und über 170 Forschungseinrichtungen in den sieben Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die Komponenten sind benannt nach der Physikerin Lise Meitner und der Mathematikerin Emmy Noether. Die Finanzierung des Supercomputers HLRN-IV erfolgt zu jeweils 50 Prozent durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die beteiligten Länder.

Anwendungsbeispiele für Supercomputer

Moderne Wissenschaft ist ohne Supercomputer nicht denkbar. Sie helfen, Antworten auf die drängenden Fragen der heutigen Zeit zu finden, wie z.B. zu Wetter, Klima- und Umweltschutz, zur Entwicklung wirksamer Medikamente oder neuer Materialien. Wissenschaft und Industrie benötigen große Rechenleistungen, um Prozesse zu simulieren, die als Experiment zum Beispiel zu gefährlich, zu schnell, zu teuer oder gar nicht möglich sind.

In der Arzneimittelforschung ist es beispielsweise einem Berliner Team aus Mathematikern, Chemikern und Medizinern des Zuse-Instituts, der Freien Universität Berlin und der Charité - Universitätsmedizin Berlin gelungen, ein neues, hochwirksames Schmerzmittel vollständig im Computer zu entwickeln. Auf der Grundlage mathematischer Modelle und aufwendiger Simulationen auf dem HLRN-Supercomputer konnte vorhergesagt werden, wie die Schmerzmittelmoleküle, die in Opiaten enthalten sind, auf den Körper wirken. In Simulationen wurde erkannt, wie das Fentanyl-Molekül geändert werden muss, um seine dramatischen Nebenwirkungen künftig zu vermeiden. Die Simulationen waren erfolgreich und mittlerweile ist der neue Wirkstoff im klinischen Test.

Betreiber des Supercomputers: HLRN-Verbund

Der deutschlandweit einmalige Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen HLRN besteht seit 2001 und wird getragen von den sieben Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Der HLRN-Verbund betreibt an den Standorten Zuse-Institut Berlin und Georg-August-Universität Göttingen ein verteiltes Supercomputersystem für Wissenschaft und Forschung in Deutschland. Ziel des Verbundes ist die Weiterentwicklung und Nutzbarmachung des Hochleistungsrechnens und die intensive Zusammenarbeit zwischen den Ländern zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im Bereich Forschung und Wissenschaft.

Weitere Informationen sind hier erhältlich.

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