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Elektronische Frachtbriefe: Blockchain im Seeverkehrshandel

Ziel des Forschungsprojekts von Professor Dr. Thomas Wieske von der Hochschule Bremerhaven, Institut für Logistikrecht & Riskmanagement ILRM, ist es, die Anforderungen an die Digitalisierung von Seefrachtdokumente zu identifizieren, analysieren und zu adaptieren. Es werden praxisbezogene Feldversuche durchgeführt und der physische Versand von Seefrachtdokumenten und daraus resultierende Umweltbelastungen und Papierverbräuche sollen reduziert werden. In Zusammenarbeit mit der Bremer abat AG, einem SAP-Systemhaus, soll dieses Ziel mittels der Blockchain-Technologie, einer über viele Computer verteilte Datenbank, erreicht werden.

Das Institut für Logistikrecht & Riskmanagement wurde im Jahre 2003 als Institut in der Hochschule Bremerhaven gegründet und untersucht in enger Verbindung mit der Lehre Fragen des Logistikrechts an der Schnittstelle zwischen technischer Innovation und rechtlichen Möglichkeiten.

Die abat AG ist eine internationale SAP-Beratung mit Sitz in Bremen für die Bereiche Logistik, Automotive und Diskrete Fertigung (Einzel-, Serienfertigung). Die abat AG kombiniert ihre IT- und Prozess-Expertise auch mit Nachhaltigkeits-Know-how und berät zu ganzheitlichem Nachhaltigkeitsmanagement.

Jeder Seetransport bedarf der Erstellung von Papierdokumenten in Form von Konnossementen oder Seefrachtbriefen. Die von den Reedereien bzw. den Speditionen ausgestellten Dokumente sind wichtige Unterlagen, um den Frachtvertrag durchzuführen. Sie geben an, wer Empfänger ist, was transportiert wird, ob es sich um gefährliche Güter handelt usw. Im internationalen Seetransport werden jährlich ca. 400 Mio. Seetransportdokumente erstellt. Weltweit gelten diese Konnossemente in der Seefracht und in der Spedition als Warenwert-papiere, die das Eigentum an den Waren verkörpern und Basis für Zahlungen im internationalen Handel sind.

Im Entwurf eines neuen internationalen Seefrachtrechts, den Rotterdamer Regeln, ist die Erstellung von digitalen Seefrachtdokumenten vorgesehen, jedoch ist der Weg zur Erstellung solcher Dokumente nicht festgelegt. Lediglich die Anforderungen digitaler Dokumente sind dahingehend definiert, dass diese das gleiche Maß an Authentizität und Integrität aufweisen müssen wie Papierdokumente.

Das Gesamtprojekt hat ein Finanzvolumen von ca. 250.000 Euro. Die BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven unterstützt das Vorhaben aus dem Förderprogramm „Angewandte Umweltforschung“ des bremischen Senators für Umwelt, Bau und Verkehr und mit Mitteln der Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Vorgesehen ist eine Laufzeit von 24 Monaten ab Mai 2019. 

Weitere Informationen gibt es hier: www.bis-bremerhaven.de/elektronische-frachtbriefe

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