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Digitale Finanzakteure: Datenschutz trotz DSGVO weiterhin mangelhaft

Über das Smartphone bezahlen, ein Projekt über Crowdfunding unterstützen oder die automatisierte Geldanlage durch sogenannte Robo-Advisor gehören inzwischen für viele Menschen zum Alltag. Finanzdienstleistungen, deren Nutzung ausschließlich über Internet-Technologien erfolgt, machen der traditionellen Finanzindustrie immer stärker Konkurrenz. Die boomende und breit gefächerte FinTech-Branche weist jedoch hinsichtlich Regulierung und Datenschutz im Vergleich zu klassischen Finanzanbietern sehr unterschiedliche Standards auf. Für Nutzerinnen und Nutzer dieser Angebote ist oft unklar, was genau mit ihren persönlichen Daten passiert.

Wirtschaftswissenschaftler Professor Lars Hornuf von der Universität Bremen hat gemeinsam mit Professor Gregor Dorfleitner von der Universität Regensburg in einer kürzlich erschienenen Studie untersucht, wie Fin-Tech-Unternehmen nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) Nutzerdaten verarbeiten. Diese wurde im Auftrag des Projektes ABIDA (assessing big data) erstellt und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Die Wirtschaftswissenschaftler schließen mit dem Gutachten an ihre Untersuchung zu digitalen Finanzakteuren aus dem Frühjahr 2018 an. Hierzu haben sie bei allen bereits 2017 untersuchten 505 FinTechs nun erneut die aktuelle Version der jeweiligen Datenschutzerklärung erhoben und auf inhaltliche Veränderung untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Datenschutzregelungen seit Einführung der DSGVO in vielen Fällen für Nutzerinnen und Nutzer der FinTech-Angebote eher verschlechtert haben.

Bei den erfolgten Anpassungen konnten die Forscher zwei allgemeine Trends feststellen: Erstens sind die Datenschutzerklärungen mittlerweile mehr als doppelt so umfangreich und zweitens bestehen diese inzwischen deutlich häufiger aus standardisierten Textbausteinen. Letzteres bedeutet, dass in vielen Bereichen deutlich weniger häufig abschließend angegeben wird, welche personenbezogenen Daten verarbeitet und welche an Dritte weitergegeben werden. Ein weiterer Befund ist aus Sicht der Wissenschaftler ebenfalls besonders kritisch zu beurteilen: Das Sammeln von personenbezogenen Daten muss von den Konsumentinnen und Konsumenten durch eine Einwilligung wie schon im Jahr 2017 alternativlos akzeptiert werden. Außerdem geben weniger FinTechs als zuvor an, wie lange Daten tatsächlich gespeichert werden und verweisen lediglich auf die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen.

Forscher fordert konsequentere Umsetzung des Datenschutzes

Lars Hornuf erklärt: „Die Hoffnung, dass die DSGVO für mehr Transparenz sorgt, hat sich im Bereich der untersuchten FinTechs überwiegend nicht bestätigt. Von den FinTechs wird häufig gefordert, dass sie ihre Nutzerinnen und Nutzer einerseits vollständig aufklären, andererseits sollen sie User aber nur kurz und knapp informieren. Möglicherweise können hier nur professionelle Akteure die Rechte zahlreicher kleiner Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer durchsetzen, für die die Kosten der Rechtsdurchsetzung in der Regel zu hoch sind. Hier stehen vor allem Verbraucherschutzverbände in der Pflicht, die dafür auch ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen erhalten müssen.” 

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