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Deutsches Schifffahrtsmuseum: Per App zum Museum für alle?

In der Sonderausstellung "360° POLARSTERN - Eine virtuelle Forschungsexpedition" ist bereits eine App im Einsatz. Quelle: DSM / Mareike Heger

Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen oder Menschen mit Demenz soll der Museumsbesuch erleichtert werden. Interdisziplinäre Ansätze zur Digitalisierung aus Informatik und Psychologie könnten wegweisend für eine gelungene inklusive Museumsarbeit werden. Unser Mitglied, das Deutsche Schifffahrtsmuseum / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte (DSM) stellt sich hierfür im Rahmen des Leibniz-WissenschaftsCampus – Postdigitale Partizipation – Braunschweig (LWC PdP) als Living Lab zur Verfügung.

Dabei kooperiert das Museum seit Herbst vergangenen Jahres mit der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. Ein wichtiges Thema dabei sind Potenziale und Schwierigkeiten inklusionsfördernder Technologien im Museum des 21. Jahrhunderts.

Was meint Postdigitale Partizipation? Prof. Dr. Ruth Schilling, wissenschaftliche Forschungs- und Ausstellungskoordinatorin am DSM sagt: "Wir leben in einem Zeitalter, in dem digitale Technologien einen immer größeren Einfluss auf unseren Alltag haben. Das wirft Fragen nach unserem Zusammenleben auf. Was passiert mit politischer und gesellschaftlicher Teilhabe? Wird sie gefördert? Gibt es Gefahren?" Diese Fragen beträfen auch den Museumsbesuch, so Schilling. Lassen sich zielgerichtete digitale Angebote für Menschen schaffen, denen der kognitive Zugang zu den Museumsinhalten sonst schwer fällt? Und wie könnten solche Angebote aussehen? Weltweit beschäftigen sich nur wenige Teilbereiche der Forschung mit der Entwicklung und Anwendung inklusiver mobiler Anwendungen. Zentrale Fragen für das DSM bleiben weiter: Was unterscheidet ein spezielles Führungsformat von der Anwendung einer App? Wie kann eine App einen inklusiven Museumsbesuch befördern?

Die beiden leitenden Forscherinnen an der Ostfalia Hochschule, Prof. Dr. Ina Schiering (Fakultät Informatik) und Prof. Dr. Sandra Verena Müller (Fakultät Soziale Arbeit), bringen ihr Know-how in Überlegungen zur barrierearmen und inklusiven Gestaltung der neuen Ausstellung im Neubau des DSM ein. Geplant sind Befragungen von Museumsgästen, die Teilnahme an der Arbeitsgruppe, die die Neukonzeption der Ausstellung vorantreibt und darauf aufbauend die Entwicklung und Evaluation von digitalen inklusiven Angeboten. Für Anwendungsbeispiele wird auch die Zusammenarbeit mit Schulklassen und Behinderteneinrichtungen angestrebt. Das Ziel des innovativen Ansatzes ist klar: Ein Museum für alle zu schaffen.

Das Vorhaben wird aus Mitteln der Förderlinie Strategische Vernetzung der Leibniz-Gemeinschaft und des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur gefördert.

Weitere Informationen sind hier erhältlich.

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