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Bremen will Kompetenzzentrum für Digitalisierung der maritimen Wirtschaft aufbauen

Die norddeutschen Wirtschafts- und Verkehrsminister haben sich über die Digitalisierung der maritimen Wirtschaft ausgetauscht. Anlass sind zwei geplante Anträge im Rahmen der Förderinitiative Mittelstand 4.0 beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, weitere Kompetenzzentren für innovative Lösungen für die Digitalisierung und Vernetzung der Wirtschaft mit einem expliziten Schwerpunkt in der maritimen Wirtschaft zu schaffen.

Die antragstellenden Akteure aus den Ländern Bremen und Mecklenburg-Vorpommern haben dabei eine enge Abstimmung angestrebt. Insbesondere der länderübergreifende Ansatz in beiden Anträgen wurde von den Ministern und Senatoren gelobt.

"Fachwissen macht nicht an Ländergrenzen Halt", betonte Martin Günthner, Bremer Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen. "Deswegen ist es uns wichtig, alle Kompetenzen zu bündeln und dadurch zu stärken."

Bremen geht mit dem Antrag "DigiMar – Dialog- und Kompetenzzentrum 4.0 zur Digitalisierung der Maritimen Wirtschaft in Norddeutschland" ins Rennen. Ein besonderer Fokus liegt auf praxisnahen Umsetzungsprojekten mit maritimen Unternehmen und Kompetenzträgern aus allen fünf norddeutschen Ländern.

Drei Beispiele sollen dies veranschaulichen: Das Fraunhofer IGD aus Rostock koordiniert das Projekt "Das digitale Schiff", in dem künftige Anwendungsbeispiele für 3D-Schiffs-Daten in unterschiedlichen Phasen des Lebenszyklus eines Schiffes demonstriert werden. Unter dem Thema Docking 4.0 wird German Dry Docks aus Bremerhaven gemeinsam mit Reedereien auf der Grundlage von Online-Schiffsdaten neue Formen der Zusammenarbeit demonstrieren. Konkret bedeutet das: Eine Wartung eines Schiffsmotors erfolgt nicht automatisch nach fünf Jahren, sondern wenn bestimmte Messwerte auf dem Schiff dies anzeigen. Der Reeder muss das Schiff dann nicht zwingend in ein bestimmtes Dock bringen, sondern die Werft setzt mobile Teams ein und nutzt weltweite Werftkooperationen, damit die Dockingzeit für den Reeder auf ein Minimum reduziert werden kann. Drittes Beispiel bilden die Hafenkooperationsanwendungen, die auf der Grundlage gemeinsamer Daten neue Formen der digitalen Zusammenarbeit zwischen den norddeutschen Häfen aufzeigen sollen.

Im Antrag Mecklenburg-Vorpommerns steht der maritime Tourismus im Zentrum und verfolgt das Ziel, Digitalisierungslösungen für den Kreuzfahrtschiffbau, für die Versorgungslogistik von Kreuzfahrtschiffen, für den Touristen an Bord und im Hafen, für die medizinische Versorgung auf dem Schiff sowie für die Aus- und Weiterbildung in der Kreuzfahrtbranche in fünf Leitprojekten zu entwickeln und umzusetzen.

Die norddeutschen Wirtschafts- und Verkehrsminister begrüßten die Initiativen aus Mecklenburg-Vorpommern und Bremen ausdrücklich und betonten die Chancen für den norddeutschen maritimen Mittelstand, sich in den nächsten Jahren intensiv mit neuen Produkten und Geschäftsmodellen zu beschäftigen.

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