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Mädchen für Informatik begeistern: SMILE führt in "smarte Umgebungen" ein

Geschwister können unangenehm neugierig sein oder regelmäßig die Lieblingsklamotten entwenden – da hilft eine Alarmanlage für das eigene Zimmer. Auch als modisches Accessoire kann digitale Technik sehr nützlich sein, beispielsweise in Form eines Rucksacks, der mit Sensoren ausgestattet ist, um im Dunkeln zu leuchten oder die Temperatur anzuzeigen. Wie sich diese oder zahlreiche weitere maßgeschneiderte Gadgets selbst herstellen lassen, lernen Mädchen im Rahmen des überregionalen, dreijährigen Verbundprojekts "SMILE".

Ziel ist es, Schülerinnen und junge Frauen ab der 5. Klasse für die Informatik zu begeistern – anhand des gesellschaftlich aktuellen Themas der smarten Umgebungen, beispielsweise intelligenten Wohnungen und Robotern. bremen digitalmedia unterstützt das Projekt als Beiratsmitglied und Repräsentant für den Bereich Wirtschaft.

Frauenanteil in IT-Berufen erhöhen

Der Frauenanteil in Informatikstudiengängen und -berufen ist mit rund 20 Prozent in Deutschland nach wie vor sehr niedrig, obwohl die Zukunftsperspektiven in IT-Berufen sehr gut und bei Verdienstmöglichkeiten überdurchschnittlich sind. SMILE soll Schülerinnen daher durch Vorträge, Laborveranstaltungen und kostenfreie Workshops für IT begeistern und ihnen Chancen in diesem Berufsfeld eröffnen. Vorkenntnisse seitens der Schülerinnen sind dabei nicht erforderlich. Darüber hinaus werden auch Lehrkräfte und Eltern in die Projektangebote einbezogen.

Verbundkoordinatorin Prof. Kerstin Schill von der Universität Bremen nennt zwei Hauptgründe für die Initiierung des Projekts: "Erstens denke ich, dass die Informatik mit ihrem interdisziplinären Charakter inhaltlich sehr viele unterschiedliche Interessen von Mädchen anspricht. Auf der anderen Seite haben wir ein massives Nachwuchsproblem im IT Bereich, das wir durch das Gewinnen von mehr Mädchen für das Informatikstudium auffangen könnten."

Ein Jahr nach dem Start von SMILE ist sie mit der Resonanz äußerst zufrieden: "Es läuft hervorragend, wir haben begeisterte Mädchen, die teilweise sogar mehrere Kurse belegen", so Schill. "Wir gehen davon aus, dass wir am Ende des Projektes mehr als 60 Angebote bzw. Workshops veranstaltet haben werden."

Überregionale Kooperation

Unter Leitung der Universität Bremen vereint SMILE norddeutsche Institute, die angewandte Forschung in den Technologiefeldern "Smart Environment" und "Smart Home" betreiben, sowie Einrichtungen, die langjährig in der Lehre und Genderforschung tätig sind. Beteiligt sind neben verschiedenen Bereichen der Uni Bremen auch das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, das Offis Institut für Informatik sowie die Uni Oldenburg. Fördermittel steuert das Bundesministerium für Bildung und Forschung bei.

Experimente im Living Lab

Die Projektpartner entwickeln motivierende Lehrangebote für den außerschulischen Bereich, die einen leichten Zugang zu den Methoden und Techniken der Informatik ermöglichen sowie ein attraktives Bild von Informatik und Informatikberufen aufbauen sollen. Drei der kooperierenden Institute verfügen über Modellwohnungen, sogenannte Living Labs, die als Orte für einen begreifbaren Zugang zur Informatik dienen: Zum einen können darin bereits entwickelte Technologien demonstriert und erläutert werden, zum anderen eignen sie sich als Testplattformen für die von den Schülerinnen erarbeiteten Lösungsansätze.

Darüber hinaus haben die Mädchen in weiteren Einrichtungen Zugriff auf sogenannte FabLabs, die über 3D-Drucker verfügen, mit denen sie eigene intelligente Objekte innerhalb kürzester Zeit entwickeln können, sowie auf Virtual-Reality-Anwendungen, die das Testen der Entwicklungen in virtuellen Umgebungen ermöglichen.

Beteiligungsmöglichkeiten für Unternehmen

Auch neue Akteure können sich noch einbringen. "Bei SMILE können IT- und Medienunternehmen für sich werben, indem sie Räume, Mittel oder Equipment zur Verfügung stellen", erläutert Prof. Schill. "Darüber hinaus können Sie 'Rolemodels' – d.h. junge Frauen, die als Vorbilder für Mädchen dienen – in das Projekt mit einbringen und dadurch natürlich auch wieder auf sich aufmerksam machen."

Weitere Informationen: www.smile-smart-it.de

Kontakt

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