Einzelmeldung

Forscher untersuchen die Quantified-Self- und Maker-Bewegungen

Mit knapp 460.000 Euro fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ein dreijähriges Projekt an der Universität Bremen zum Einfluss internationaler Pioniergemeinschaften auf die gesellschaftliche Verbreitung und Entwicklung digitaler Medien. Die Wissenschaftler erhoffen sich dadurch auch, zukünftige Entwicklungen in diesem Bereich zu erkennen.

Im vergangenen Jahrzehnt haben sich weltweit medienbezogene Pioniergemeinschaften entwickelt. Sie sind sowohl soziale Bewegungen als auch Denkfabriken und sie streben danach, den Wandel von Medien, Kultur und Gesellschaft zu beeinflussen. Markante Beispiele dafür sind die Quantified-Self- und Maker-Bewegungen: Bei der Quantified-Self-Bewegung stehen digitale Praktiken der Selbstvermessung im Vordergrund. Die Maker-Bewegung zielt unter anderem in offenen Werkstätten – sogenannten Maker Spaces – auf die kollaborative Entwicklung digital gestützter, selbstorganisierter Produktions- und Herstellungsweisen.

Die Wissenschaftler der Universität Bremen wollen nun vergleichend für Deutschland und Großbritannien untersuchen, wie diese ursprünglich aus den USA stammenden Pioniergemeinschaften länderübergreifend agieren und welchen Einfluss sie auf die gesellschaftliche Verbreitung und Entwicklung digitaler Medien haben.

"Pioniergemeinschaften wie die Quantfied-Self- und Maker-Bewegung sind Ideenlabore des Medienwandels", erklärt Projektleiter Professor Andreas Hepp vom Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) der Universität Bremen: "In der Forschung zu dem, was diese Pioniere machen, lassen sich Möglichkeiten der zukünftigen Entwicklung erfassen."

Weit bevor beispielsweise Selbstvermessung mit Fitness-Trackern und Smart-Watches zu einem Alltagsphänomen wurde, haben die Pioniere der Quantified-Self-Bewegung damit experimentiert. Heute loten sie neue Potenziale einer datenbasierten Lebensführung aus. Über die Maker-Bewegung haben sich 3-D-Druck und andere digitalbasierte Formen der Produktion verbreitet.

Die Wissenschaftler wollen sich auf drei verschiedenen Ebenen mit den Pioniergemeinschaften auseinandersetzen: Als erstes rekonstruieren sie vergleichend die Netzwerke der Quantified-Self- und Maker-Bewegung sowie deren Machtbeziehungen und Einflüsse. Danach untersuchen sie die in den Bewegungen verbreiteten Vorstellungen von Gemeinschaft und von den Möglichkeiten des gesellschaftlichen Wandels durch Technologien. Darüber hinaus erforschen die Wissenschaftler die öffentliche Berichterstattung über die Pioniergemeinschaften und damit den Einfluss, den diese indirekt über die traditionellen Medien entfalten.

Weitere Informationen:
www.kommunikative-figurationen.de


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