Einzelmeldung

Bremen führt als erstes Bundesland die E-Rechnung ein

Finanzsenatorin Karoline Linnert und Handwerkskammer-Präses Jan-Gerd Kröger bei der Kontrakt-Unterzeichnung. Bild: Senatorin für Finanzen

Bremen führt Ende November 2018 als erstes Bundesland die E-Rechnung ein – ein Jahr früher als von der EU gefordert. Die Einführung des neuen Standards und Verfahrens wird durch ein Informations- und Fortbildungsangebot für Handwerksbetriebe begleitet. Finanzsenatorin Karoline Linnert und Handwerkskammer-Präses Jan-Gerd Kröger haben einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet.

"Bremen hat in Sachen E-Rechnung eine Vorreiterrolle übernommen", betonte Linnert. "Wir wollen den Betrieben den Umstieg auf die E-Rechnung erleichtern und damit die Akzeptanz des neuen Verfahrens steigern. Gemeinsam mit den Fachleuten der Handwerkskammer werden unsere Experten aus dem Finanzressort den Handwerkerinnen und Handwerkern mit Rat und Tat zur Seite stehen – auch individuell vor Ort in den Betrieben.

Die E-Rechnung sei "ein Meilenstein unserer Digitalisierungsstrategie", so Linnert. In Bremen gingen jährlich rund 300.000 Rechnungen bei der öffentlichen Verwaltung ein.

Kröger hob hervor, dass die Einführung eines neuen E-Standards gerade für kleinere Betriebe zur Herausforderung werden kann. "Vorbehalte sind verständlich, nicht jeder Handwerker ist versiert in Computerfragen", sagte er. Niemand solle aber aus Angst vor einer vermeintlich schwierigen Abrechnung vor öffentlichen Aufträgen zurückschrecken. Die korrekte Anwendung der Software garantiere, die in wenigen Jahren europaweit vorgeschriebenen Standards zu erfüllen. "Einmal eingeübt, werden nervende, zeitraubende Nachfragen und Korrekturen vermieden", so Kröger.

Martina Jungclaus, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer, verwies auf die Vielfalt der eingesetzten Softwarelösungen, der Schnittstellen und der möglichen Übertragungswege. Eine individuelle Beratung der Handwerksbetriebe hinsichtlich einer möglichen Verwendung des neuen Standards XRechnung sei diesbezüglich notwendig. 

Das Finanzressort will die praktischen Erfahrungen und Rückmeldungen bei der Anwendung der E-Rechnung nutzen, um die Software weiterzuentwickeln. Ende November 2018 werden alle Verwaltungsdienststellen die Möglichkeit zur Einreichung von E-Rechnungen anbieten. Ab 2020 sind alle Lieferanten zur Ausstellung elektronischer Rechnungen verpflichtet.

Finanzstaatsrat Henning Lühr berichtete vom großen Interesse auf Bundesebene an der Einführung der E-Rechnung in Bremen. "Die Bremer IT-Fachleute haben einen guten Ruf. Ihre Kompetenz wird geschätzt. Der bundesweite IT-Planungsrat hat 2015 die gemeinsame Einführung der E-Rechnung durch Wirtschaft und Verwaltung zum Leuchtturmprojekt erklärt. Die anderen Länder sind an der von uns entwickelten Software interessiert."

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